Wittig

Zur Herkunft des Namens Wittig


Die Heldensage der Germanen
Der Name wurde populär über die Heldensage der Germanen, denn Wittich, er wird auch Witege oder Witigo genannt ist der Sohn des Schmieds Wieland, der mit Hephaistos (griech), oder Vulcanus (röm.) verglichen wird, gilt in der Sage als Halbgott. Nachdem wir bei der germanischen Heldensage auch von der „nordischen Sage“ sprechen, ist der Name also ein nordischer Name. Im germanischen Sprachgebrauch stimmig ist die Generationenfolge Wilkinus [König der Wilkinen], Wadi, [germanischer Gott], Wieland [germanischer Halbgott], Wittich.

Werner Ben Wittig
Bei Einführung der Familiennamen im 12. Jahrhundert war Wittich noch ein gängiger Vorname. Es handelt sich bei dieser Namenentstehung also um ein Patronynum, weil der Sohn den Namen des Vaters erhalten hat, z. B. Werner, Sohn des Wittich.

Wortstamm
Das dazugehörige Urwort Wittigowo wird gedeutet mit „Der Gau in dem der Wittig wohnt“. Im Wortstamm ist das althochdeutsche Wort Wid, der Wald enthalten [englisch: Wood]. Deshalb gibt es auch die Deutung „Bewohner eines Waldgebietes“.
Witt ich = ich komme vom Wald, ich lebe am Wald
Vergleiche: Wiedehopf = der durch den Wald hüpft
Nach Schmeller wird im bayerischen Sprachgebrauch dieser Wortstamm mit „eher Brennholz“ umschrieben.

Wittig international
Durch die ungeheure Popularität des Namens ist er mit Sicherheit in jeder Region eigenständig entstanden. Wittig ist ein typisch deutscher Name. Dies wurde in einer internationalen Auswertung der Mormonen im Jahre 1994 nachgewiesen. Von insgesamt 7.000 ermittelten Haushalten in 7 Staaten wurden 5.538 in Deutschland und 1.124 in U.S.A. ermittelt.

Wittig national
Im Jahr 1999 gibt es in Deutschland 6565 Telefonanschlüsse von damals insgesamt 34 Millionen. Mit dem Faktor 2,8 hochgerechnet ergibt das ca. 18.000 lebende Personen, die sich schwerpunktmäßig auf den west- und mitteldeutschen Raum verteilen. Bedingt durch die Häufigkeit des Namens gibt es ebenfalls einen Schwerpunkt in großstädtischen Bereichen. Obwohl man Kenntnis hat von großen Wittig-Stämmen in Ostpreussen und Schlesien, weiß man derzeit nichts über die Niederlassung dieser Stämme der durch den 2. Weltkrieg ausgelösten Vertreibung und Flucht. Ebenso wenig weiß man über die Wanderungsbewegungen in der Industrialisierungszeit am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Es muss deshalb allgemein gelten, dass vermutlich die eher katholischen Schlesier sich in katholischen Gegenden Deutschlands und die eher evangelischen Ostpreußen sich in eher evangelischen Gegenden niedergelassen haben.
Eine Auswertung für deutsche Ortsnamen hat ergeben, dass der Wortstamm Wittig in 30 Orten und in allen deutschen Regionen vorkommt. Man kann also davon ausgehen, dass sich ebenso viele Stämme unabhängig voneinander entwickelt haben.

Die etwas geringere Häufung im mittelfränkischen, hohenzollerischen und ansbachischen Raum bedeutet gute Chancen für den Eichstätt-Auracher Zweig, die Herkunft nach den beiden in diesem Raum bestehenden Wittighausen zu erreichen. Insbesondere das im Taubertal bestehende katholische Wittighausen kann auf eine urkundliche Erwähnung im Jahre 1045 zurückblicken, und die Erklärung das Haus des Witege oder des Witige lässt den Schluss zu, dass sich schon vor dieser Zeit ein Wittich niedergelassen hat. Der erste Lorenz Wittich wurde in Heilbronn um 1585 gefunden. Der ist zwar evangelisch, aber wir befinden uns nahe der Reformation und es muss einfach gelten, dass zuvor eben alle Wittig seit Jahrhunderten der gleichen katholischen Religion angehörten.

Der Fluß Wittig
Dem Namenforscher Prof. Udolph verdanken wir die Erkenntnis, dass Flüssenamen älter als Ortsnamen sind. Nun gibt es einen deutschsprachigen Fluss, die Wittig, die heute durch Polen und Tschechien fließt, und in die Neiße mündet. [polnisch Witka, tschechisch: Smeda] Dieses Gebiet war lange deutschsprachig und gehörte zu deutschen Gebieten. Wie mir Prof. Udolph mitteilt, ist aber der alte Name dieses Flusses „Wetauia“. Zu einem Zeitpunkt als bei Witege in der ersten Silbe schon das „i“ war hat der Fluß ein „e“ in der ersten Silbe. Die Abstammung des Namens vom Fluß wird damit wissenschaftlich ausgeschlossen.

Wittig Wappen
Wenn wir davon ausgehen, dass Wittig ein Patronym ist, bietet sich das Wappen mit dem Wiedehopf an. Erstaunlich ist das offiziell dokumentierte Wappen mit den drei Fischen aus dem „Rietstap Armorial General“. Hier drängt sich die Verbindung zum Fluss auf. Auch hier leitet Prof. Udolph keinen Zusammenhang mit dem Fluß ab, denn Wappenmaler hätten keine Ahnung von Sprachforschung und würden einfach nur abmalen, was man ihnen sagt.

Über dieses Expose
Dieses Expose stellt sich die Aufgabe möglichst viele Erkenntnisse zu sammeln und sie einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, damit spätere Wittig-Forscher eine Basis vorfinden, auf der es sich lohnt weiterzumachen.

Werner Wittig, Nürnberg und Eichstätt im Jahr 2008

(Das komplette Expose kann als 30-Seiten-PDF-Datei bei mir angefordert werden)